3. Azubi-Workshop "Colours of Future"

20. März 2014

Der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL) hatte die Auszubildenden vom 18. bis zum 20. März zum Ideenwettbewerb „Colours of Future“ nach Dresden in die Sächsische Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe Dresden mbH (SBG) eingeladen. Dort trafen sich Auszubildende verschiedener Lehrberufe, um mit Unterstützung von Experten des VdL gemeinsam neue Konzepte für mehr Nachhaltigkeit zu entwickeln.

Im Spannungsfeld Profit – Planet – People reichte der Blick der Jugendlichen in Bezug auf Nachhaltigkeit von der globalen Situation, den Prozessen und Bedingungen in der Lack- und Druckfarbenbranche bis hin zum Verhalten des Einzelnen im Alltag sowie im Arbeits- und Berufsleben. 11 Gruppen präsentierten ihre Ideen zu ganz unterschiedlichen Fragestellungen, wobei schnell deutlich wurde, dass Nachhaltigkeit für die Jugendlichen zwar eine globale Herausforderung darstellt, die Verantwortung für die Umsetzung jedoch bei jedem Einzelnen beginnt. So forderten die Auszubildenden eine Intensivierung der Forschung zur Entwicklung von Rohstoffen auf der Basis nachwachsender Materialien sowie eine effizientere Energienutzung und den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien. Sie entwickelten sogar Finanzierungsmodelle und Anreizsysteme für die Industrie, um nachhaltigeres Wirtschaften zu fördern. Dabei stellten sich die Teilnehmer aber auch die kritische Frage, ob der Einzelne eine Entwicklung zu mehr Nachhaltigkeit überhaupt beeinflussen kann oder die bestehenden wirtschaftlichen Zwänge solche Entwicklungen nicht massiv behindern. Dabei wurden auch die bestehenden Produktionsprozesse und Abläufe hinterfragt.

„Wer motiviert ist, leistet mehr“

Neben den ökonomischen und ökologischen Rahmenbedingungen rückte im Laufe der Veranstaltung als weiterer Schwerpunkt die Arbeitswelt in den Mittelpunkt. Dabei arbeiteten die Workshop-Teilnehmer heraus, dass nur motivierte und engagierte Mitarbeiter eine nachhaltige Entwicklung in den Unternehmen befördern können. Dazu entwickelten sie Maßnahmenpläne und Kommunikationsstrategien, um ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei Mitarbeitern zu schaffen. Die jungen Mitarbeiter zeigten ein feines Gespür für die unterschiedlichen Möglichkeiten, die sich in dieser Hinsicht großen und kleineren Unternehmen bieten.

Echte Nachhaltigkeit statt Greenwashing

Die Auszubildenden scheuten sich auch nicht, klare Statements abzugeben. Sie wollen keine Hochglanzkampagnen, in denen nur Greenwashing betrieben wird. Sie wollen Strategien, die tatsächlich einen Beitrag zur Verbesserung von Nachhaltigkeit leisten können. Sie setzen sich auch im Sinne der Verbraucher für eine größere Transparenz bei der Deklarierung von Inhaltsstoffen ein. Ein Thema, das bei den Unternehmen nicht unbedingt immer populär ist. Auch eine stärkere Sanktionierung von Unternehmen durch den Gesetzgeber ist für die Azubis kein Tabu, wenn es der Förderung von mehr Nachhaltigkeit dient.

Motivierten Azubis liegt Nachhaltigkeit am Herzen

„Die dreitägige Veranstaltung hat gezeigt, dass den Jugendlichen in unserer Branche das Thema Nachhaltigkeit sehr am Herzen liegt und sie ein Gespür dafür haben, wie wichtig dieser Themenkomplex für die Zukunft unserer Branche ist“, erklärte Michael Bross, Geschäftsführer des VdL. „Die Präsentationen zeugten von einem tiefen Verständnis für die komplexen Herausforderungen, die mit dem Thema Nachhaltigkeit verbunden sind. Ich bin überzeugt, dass die Auszubildenden gelernt und verstanden haben, dass es sich bei dem gesamten Themenkomplex nachhaltige Entwicklung um einen langfristigen Prozess handelt, in dem kontinuierlicher Wandel stattfindet. Ursprünglich lag die Betonung auf der Dynamik in der nachhaltigen Entwicklung!“ Der Entwicklungsgedanke sei gegenwärtig ein wenig in den Hintergrund getreten, heute habe Nachhaltigkeit den Charakter einer Zustands- oder Zielbeschreibung angenommen, äußerte Bross. „Der Fortschrittscharakter von nachhaltiger Entwicklung muss wieder stärker betont werden, denn nur so kann man etwas gestalten und verändern. Die Auszubildenden haben das ganz klar erkannt und in ihren Präsentationen herausgearbeitet.“

Austausch über Unternehmensgrenzen hinweg

Die Teilnehmer schätzten die Möglichkeit, sich im Rahmen von Colours of Future gemeinsam Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit und Ideen zur Umsetzung entwickeln zu können. Insbesondere die Erweiterung des Blickfeldes durch den Input der Experten des VdL wurde sehr positiv bewertet. Die entsprechenden Impulse und Ideen aus der dreitägigen Veranstaltung wollen die Jugendlichen auch in die Arbeit in ihren Unternehmen einfließen lassen. Neben der intensiven Auseinandersetzung mit einem Thema, das sowohl für die Gestaltung ihrer zukünftigen Arbeitswelt als auch für das persönliche Verhalten im Alltag einen wichtigen Stellenwert einnimmt, begrüßten die Auszubildenden vor allem die Tatsache, junge Kolleginnen und Kollegen aus anderen Unternehmen kennenlernen und sich mit ihnen austauschen zu können. „Colours of Future stellt damit für die Nachwuchsarbeit des Verbandes der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie eine wichtige Plattform zur Nachwuchssicherung dar“, stellte Dr. Roland Somborn fest, Vorsitzender des Arbeitskreises Bildung im VdL. „Unseren Nachwuchs für Zukunftsthemen zu sensibilisieren und in die persönliche Weiterentwicklung guter Auszubildender aus unserer Branche zu investieren, ist für die Unternehmen auch eine Investition in die Zukunft unserer Branche.“

Zentrale Themen für die Zukunft der Industrie

Die Sächsische Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe Dresden mbH (SBG) gab für den Wettbewerb einen ausgezeichneten Rahmen ab. „Der Begriff Umweltschutz steht ja zentral als Auftrag schon in unserem Unternehmensnamen“, sagte Wolfgang Hübel, Geschäftsführer der Sächsischen Bildungsgesellschaft. „Nicht zuletzt deshalb war die Veranstaltung zum Thema Nachhaltigkeit in unserem Hause auch gut aufgehoben. Schließlich steht auch bei unserer täglichen Arbeit eine nachhaltige Unternehmensführung im Mittelpunkt, beispielsweise in Bezug auf Energieeffizienz. Wir freuen uns, dass „Colours of Future“ bereits zum dritten Mal bei uns stattfinden konnte, denn die Fragestellungen, die der berufliche Nachwuchs der Lack- und Druckfarbenindustrie hier diskutiert, sind für die Zukunft der Industrie insgesamt von großer Bedeutung.“

Artikel von Matthias Beiderbeck (Shining Public Relations GmbH),
Fotos zur Verfügung gestellt vom Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e. V.

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