Am 8. und 9. Oktober 2026 fand im Konferenzzentrum Mauerstraße in Berlin die InnoVET-PLUS-Fachtagung des BMBFSFJ statt, ausgerichtet vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). 28 geförderte Projekte stellten ihre Ergebnisse in drei Themenwelten vor: „Fachkräfte gewinnen“, „Energiewende schaffen“ und „Digital lernen – KI-Chancen nutzen“. Die Bandbreite reichte von Lernortkooperationen in der landwirtschaftlichen Ausbildung über Microcredentials bis zu VR-Anwendungen für die Wärmepumpentechnik. Die Sächsische Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe Dresden mbH (SBG Dresden) war mit zwei Projekten aus der Wasserwirtschaft vertreten: mit interSim als Verbundpartner und mit AZUKIT als Erprobungspartner.
Zum Auftakt sprach Bundesministerin Karin Prien mit Vertreterinnen und Vertretern mehrerer Projekte. Sie betonte, dass die berufliche Bildung mit dem Wandel der Arbeitswelt mithalten und ihm möglichst vorausgehen müsse. Für interSim und AZUKIT saß Dr. Inken Rabbel von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) auf dem Podium, die interSim koordiniert. Im Fachprogramm stellte sie gemeinsam mit den Projekten KIEFER und ZukunftSHandwerK den Fortbildungsabschluss „Geprüfter Berufsspezialist“ vor. Die drei Projekte zeigten, welche fünf Faktoren darüber entscheiden, ob neue Qualifizierungsangebote die Fachkräfte erreichen und den Bedarf der Branche treffen.
Für interSim stand der Transfer im Mittelpunkt, den das Projekt auf drei Wegen verfolgt. Erstens entstehen Lernmedien, die speziell auf die Wasserwirtschaft zugeschnitten sind. Zweitens sollen Ausbilderinnen und Ausbilder mit SIMBA# künftig eigene Simulationen erstellen können; ein KI-Tutor, der sie dabei unterstützt, ist in Entwicklung. Drittens soll der neue Abschluss „Berufsspezialist/-in für Wissenstransfer in der digitalen Wasserwirtschaft“ das Lernen dauerhaft im Betrieb verankern. Die Absolventinnen und Absolventen erkennen Lehr- und Lernsituationen im Arbeitsalltag und stellen Lerninhalte bereit, mit denen sich Kolleginnen und Kollegen selbstständig weiterbilden, oft mithilfe von Simulationen. So geht das Erfahrungswissen langjähriger Beschäftigter nicht verloren, wenn sie den Betrieb verlassen. Die SBG Dresden entwickelt im Projekt das Curriculum für diese Fortbildung und wirkt an der Gestaltung der Trainingssimulationen mit.
AZUKIT entwickelt eine digitale Lernumgebung mit KI-Tutor für die Ausbildung zur Umwelttechnologin bzw. zum Umwelttechnologen für Abwasserbewirtschaftung. In einem Product-Pitch zeigte das Projekt, wie sich ein intelligentes tutorielles System und ein Large Language Model kombinieren lassen, um Auszubildende bei komplexen Handlungssituationen zu unterstützen. Die SBG Dresden erprobt dieses Werkzeug im laufenden Ausbildungsbetrieb.
In den Gesprächen am Rande der Tagung wurde deutlich, wie stark Künstliche Intelligenz viele Vorhaben während ihrer Laufzeit verändert hat. Die Projekte nutzen neue KI-Werkzeuge, um ihre Ergebnisse weiter zu verbessern. Weil sich die technischen Möglichkeiten derzeit sehr schnell entwickeln, verlangt das von den Teams, ihre Ansätze laufend zu überprüfen und anzupassen.
Die SBG Dresden dankt dem BMBFSFJ für die Förderung, dem BIBB für die Organisation der Tagung und den Praxispartnern für die gute Zusammenarbeit.
Mehr Informationen zum Projekt interSim gibt es hier.
Foto: Peter Kermer


