Die chemische Industrie steht vor der doppelten Herausforderung der ökologischen Wende (European Green Deal) und der digitalen Transformation. Es besteht ein dringender Bedarf an Fachkräften, die sowohl Prinzipien der „Grünen Chemie“ – wie Abfallvermeidung und Ressourceneffizienz – als auch moderne digitale Werkzeuge beherrschen. GREENCHEM adressiert diese Lücke zwischen der rasanten industriellen Entwicklung und der aktuellen beruflichen Bildung, indem es praxisnahe Lösungen für eine resiliente und nachhaltige Branche schafft.
Ziele
GREENCHEM verfolgt die Vision, innerhalb von vier Jahren ein europäischer Maßstab für die Ausbildung in nachhaltiger Chemie zu werden.
- Modernisierung der Bildung: Entwicklung neuer Curricula auf EQF-Niveau 4-5, die exakt auf die Bedarfe des Arbeitsmarktes zugeschnitten sind.
- Digitaler Wissenstransfer: Aufbau einer Lernplattform (LMS) mit über 100 Unterrichtseinheiten zu Themen wie Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft.
- Praxistransfer: Modernisierung von neun Pilotanlagen für die angewandte Forschung, um Lernenden reale industrielle Innovationsprozesse zu vermitteln.
- Innovationspotenzial: Die Verknüpfung von angewandter Forschung mit der beruflichen Bildung fördert das Unternehmertum und beschleunigt den Markteintritt grüner Technologien.
Vorgehen & Methodik
Das Projekt verbindet Bildungseinrichtungen, Universitäten und die Industrie in zehn Ländern zu einem Wissenstriangel. Durch den Austausch von Best Practices und grenzüberschreitende Mobilitätsprogramme für Schüler und Lehrkräfte wird ein gemeinsamer europäischer Standard etabliert.
Fachlicher Beitrag der SBG: Die SBG leistet einen entscheidenden Beitrag zur digitalen Kompetenzentwicklung innerhalb des Konsortiums:
- Digitalisierung & Datenanalyse: Die SBG führt die Entwicklung spezialisierter Trainingsmodule an, die Lernende in die Datenerfassung, Visualisierung und Analyse in Labor- und Prozessumgebungen einführen.
- Digitale Werkzeuge: Beitrag zur Ausbildung in Hochtechnologien wie Schwingungsspektroskopie und dem Einsatz digitaler Zwillinge zur Prozessoptimierung.
- Transfer der dualen Ausbildung: Integration der bewährten deutschen Standards der dualen Ausbildung in das internationale Netzwerk, um die Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmer weltweit zu erhöhen.
Ergebnisse & Nutzen
- Modularisierte Online-Kurse: Bereitstellung interaktiver, SCORM-kompatibler Lerninhalte, die flexibel in bestehende Ausbildungsprogramme integriert werden können.
- Digitale Qualifizierungsnachweise: Einführung einer Micro-Credentials-Strategie zur Anerkennung kleinteiliger Kompetenzgewinne im Bereich nachhaltiger Chemie.
- Nutzen für Unternehmen: Zugriff auf hochqualifizierte Fachkräfte, Reduzierung von Onboarding-Kosten und Unterstützung bei der Einhaltung komplexer EU-Regularien (z.B. REACH, PFAS).
- Transferpotenzial: Die entwickelten Tools und Methoden sind skalierbar und auf andere Industriesektoren übertragbar.
Partnerstruktur
Das Projekt wird unter der Federführung der Universidad Católica San Antonio de Murcia (UCAM), Spanien, geleitet. Das Konsortium umfasst insgesamt 22 Partner aus 10 Ländern, darunter:
- Bildungsanbieter: Sächsische Bildungsgesellschaft (SBG), Chemie Akademie (AT), Fondazione ITS Biotecnologie (IT), u.a..
- Wirtschaft & Forschung: WKO Steiermark (AT), University of Nova Gorica (SI), Repsol (ES), Akaryon (AT), u.a..
- Dachverbände: European Association of Institutes for Vocational Training (EVBB).
Eckdaten
- Laufzeit: 01.04.2026 – 31.03.2030 (48 Monate).
- Förderprogramm: Erasmus+ (Centres of Vocational Excellence - CoVE).
- Fördernummer: 101260752.
- Projektwebsite: Im Aufbau (Informationen folgen über das GREENCHEM Knowledge Hub).



