Das Projekt WIRreFa etabliert in der Region „Elbtal Sachsen“ ein fundiertes Wissensnetzwerk für die Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft von faserhaltigen Abfällen. Es schlägt eine Brücke zwischen aktueller Forschung und der betrieblichen Praxis, indem es neueste Erkenntnisse aus der Entwicklung von Faserverbundwerkstoffen direkt in die berufliche Aus- und Weiterbildung überführt. Damit begegnet das Projekt aktiv dem Fachkräftemangel und schließt Lücken in der Ausbildung für das Recycling innovativer Werkstoffe wie Carbonbeton.
Ziele des Projekts
Das Hauptziel ist die Schaffung eines konzeptionellen Rahmens für zukünftige Bildungsangebote in der Faserverbund-Spezialisierung.
- Bedarfsanalyse: Ermittlung inhaltlicher Anforderungen in der Bauwirtschaft, in Umweltberufen sowie in lateralen Bereichen wie dem Maschinenbau, unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit und Digitalisierung.
- Qualifizierungsstufen: Entwicklung von Zusatzqualifikationen auf DQR-4 und Fortbildung zum Berufsspezialist/-in (DQR-5), inklusive der Durchlässigkeit zu hochschulischen Abschlüssen (DQR-6/7).
- Strukturelle Verankerung: Analyse der Rahmenbedingungen bei Fachkräften, um Lerninhalte dauerhaft in den Fokusberufen zu etablieren.
- Wissenstransfer: Sensibilisierung von Stakeholdern durch innovative on- und offlinebasierte Maßnahmen.
Arbeitsschritte und Methodik
WIRreFa verfolgt einen iterativen Ansatz, der wissenschaftliche Forschung und betriebliche Realität eng verzahnt. Mittels Experteninterviews und Online-Befragungen werden Kompetenzlücken identifiziert, um darauf basierend modulare Lernbausteine zu entwickeln.
Das Projekt gliedert sich in drei Hauptphasen:
- Analysephase (Bedarfserhebung): Identifikation der fachlichen Bedarfe im Bau- und Umweltsektor sowie Ableitung der Anforderungen für die verschiedenen DQR-Niveaus.
- Konzeptionsphase (Rahmenentwicklung): Erarbeitung von Schulungskonzepten für das Bildungspersonal, Design digitaler (KI-gestützter) Lernmodule und Erstellung von Entwürfen für IHK-Rechtsvorschriften.
- Implementierungsphase (Pilotierung & Transfer): Durchführung von Testläufen mit Teilnehmenden, Validierung der Konzepte und gezieltes Bildungsmarketing zur Gewinnung von Partnern.
Erwartete Ergebnisse
- Detaillierte Beschreibung zukünftiger Kompetenzanforderungen im Umgang mit Carbonfasern.
- Ein modulares Berufsbildungskonzept zur formalen Umsetzung von Recycling-Themen in der Ausbildung.
- Ein innovativer „Transfer-Campus“ zur nachhaltigen Wissensvermittlung.
- Digitale Lernmodule: Frei zugängliche Bausteine mit 360°-Videos und intelligenten Tutoring-Systemen.
- Ein nachhaltiges Branchennetzwerk, das den Austausch zwischen Forschung (z. B. Carbonbetonbauweise) und Wirtschaft langfristig sichert.
Projektstruktur & Partner
Das Projekt wird durch ein kompetentes Konsortium aus Bildung und Industrie getragen:
- Verbundkoordination: SBG Dresden (Sächsische Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe Dresden mbH) – Leitung der pädagogischen Konzeption und Administration.
- Fachlicher Partner: C³ - Carbon Concrete Composite e. V. – Einbindung technischer Expertise und Vernetzung mit der Forschung.
Eckdaten
- Projektlaufzeit: 01.04.2026 bis 31.12.2028.
- Förderprogramm: WIR! – Wandel durch Innovation in der Region. Eine Initiative des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
- Fördernummer: 03WIR6021A
Gefördert durch das:


